Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule

Kunst und Musik

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Die Seidenstraße - Handelsweg und Kulturbrücke zwischen Morgen- und Abendland


Zu diesem Kurs


Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gibt der deutsche Geograph Ferdinand von Richthofen dem Netz von Verbindungswegen zwischen China und dem Okzident den Namen Seidenstraße. Der Name ist eine vereinfachende Bezeichnung für die ganze Geschichte des Handels zwischen dem Fernen Osten und Europa seit dem 1. Jahrhundert v. Chr., aber sie ist noch vielmehr! Eine Verbindung, über die geistiges, religiöses oder technisches Wissen ausgetauscht wird. Kulturen kommen und gehen und hinterlassen über diese Handelsstraße ihren Einfluss in der westlichen Welt. Dauerhafter und globaler Player auf dem Handelsweg wird China. Die Beziehungen zwischen China und den zentralasiatischen Reichen beruhen nach Abschluss der militärischen Expeditionen um 100 v. Chr. auf der Basis von Tributzahlungen und Gesandtschaften: Strategie, Diplomatie und Handel werden verbunden. Unter Staatschef Xi Jinping will China an seine Größe zur Zeit Marco Polos anknüpfen und investiert für sein Megaprojekt Neue Seidenstraße fast eine Billion Dollar in neue Handelsrouten von Shanghai nach Rotterdam. Viele Länder entlang der Handelsrouten fühlen sich von der Machtdemonstration Chinas herausgefordert, Afrika erhält durch den neuen Partner einen fragwürdigen Aufschwung und die EU fürchtet um eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse.

1. Abend: Völker und Kulturen an der Alten Seidenstraße
Das Land der Seidenstraße ist ein geographisch vielfach gegliederter Raum, das die Hochkulturen Iran, Indien und China verbindet. Die Oasen entlang der Seidenstraße prägten die Region ebenso wie die Kulturen der Nomadenvölker, die in den Steppen und Halbwüsten Zentralasiens lebten. Die Hauptrouten der Seidenstraße führten weiter nach Westen und Osten. Im Westen gelangte man über das Zweistromland nach Syrien und zu den Häfen am Mittelmeer. Aber auch über Palästina bis nach Ägypten, vor allem nach Alexandria. Wie auch Rom profitierte diese Stadt vom Handel mit der Seidenstraße, die von dort ihre Produkte Richtung Süden bis in die afrikanischen Regionen exportierte. Der östliche Weg führte nach Korea und Japan. Güter, Kulturen, Seuchen und Religionen verbreiteten sich über die Seidenstraße in die damals bekannte Welt.

2. Abend: Entstehung Chinas und sein Einfluss auf die Seidenstraße
Das Ideal eines Einheitsstaates ist seit dem ersten Kaiserreich der Qin-Dynastie im Jahre 221 v. Chr. in China zwar stets präsent, jedoch nicht immer eine politische Realität gewesen. Während um 5000 v. Chr. einzelne
Regionalkulturen verstreut im Territorium der heutigen Volksrepublik China lokalisiert werden
können, überragte das letzte Kaiserreich in seiner Ausdehnung sogar die heute Volksrepublik.
Viele Entdeckungen der Chinesen, so Schwarzpulver, Porzellan, Seide und Papier kamen über die Seidenstraße nach Europa und haben dessen Entwicklung vorangetrieben. Die Chinesen sehen sich selbst in einer Kontinuität mit ihrer Geschichte, verbunden über ihre Kultur und insbesondere mit ihrer Schrift und deren Zeugnisse, die sie mehr als 5000 Jahre zurückblicken lässt, in den ältesten kontinuierlich bestehenden Staat unserer Erde!

3. Abend: Marco Polo und die Handelsbeziehungen zwischen Orient und Okzident
Venedig und Genua waren die Städte, die durch ihren Handel mit den Arabern, die Waren der Seidenstraße in Europa verteilten. Gewürze, Stoffe und Papier waren durch die Zölle auf der Seidenstraße teure Luxusgüter, so dass schon bald unter den venezianischen Händlern der Wunsch wuchs, direkten Handel auf der Seidenstraße betreiben zu können. Der berühmteste dieser mutigen Händler war Marco Polo, der viele Jahre im Dienst des Kublai Khan stand und nach seiner Rückkehr eine umfangreiche Beschreibung der exotischen Länder an der Seidenstraße lieferte. Marco Polo berichtete vom Papiergeld des Khan, dass sich bald auch in Italien etablierte und zu den reichen Bank-Dynastien in Florenz, Augsburg und Brügge führte. Der Wunsch nach den Luxusgütern des Orients führte letztendlich zu den Forschungsreisen der Portugiesen um Afrika herum nach Indien und zu Christoph Columbus Entdeckung Amerikas.

4. Abend: Zusammenbruch des alten Chinas und das Konzept der Neuen Seidenstraße
Viele Entscheider um den chinesischen Kaiser hielten Chinas kulturelle Errungenschaften für unzerstörbar.
Doch am Ende brachte der Westen, als Verstärker des chinesischen Untergangs eine Lösung für das Reich
der Mitte. Zunächst erfolgte der historische Zusammenbruch: Chinas Traditionssystem, das alte Kaiserreich,
das seit 221 v. Chr. permanent existierte, brach mit der Bürgerlichen Revolution von 1911-1912 zusammen.
Die europäische Lösung lautete, eine republikanische Verfassung, Gewaltenteilung nach europäischen
Vorbild und eine Bildungsreform. 1949 verordnete sich China eine weitere Alternative aus dem Westen,
der Gründung der Volksrepublik, angetrieben von den deutschen Erfindungen des Kommunismus und
Sozialismus. Auf diesem Fundament steht die Volksmacht bis heute erfolgreich. Chinesisch geprägt mit
marktwirtschaftlichen Mechanismen ist es eine Variante eines ideologisch nicht mehr eindeutigen Sozialismus. Genauso wie der Westen einst mitten in China auftauchte, so steht das Reich der Mitte nun
mitten in Europa. Und so muss sich Europa die Frage stellen: „Was bezweckt China mit der Seidenstraße?
Soll China in der Zukunft Partner oder Gegner sein?
Präsent und Online
Leitung: Karin Dohrmann

Achtung: Kurs wurde verschoben!

Kursnr.: I124
Kosten: 48,00 € // online falls Lockdown
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Zeitraum

Di. 15.02.2022 - Di. 15.03.2022, 19:30 - 21:00 Uhr


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Dozent(en)

Dr. Karin Dohrmann

Zur Zeit keine Kurse.

leider keinBild von Dr. Karin Dohrmann

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