Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule

Gesellschaft und Politik

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Der ehemalige Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier kritisiert massive rechtsstaatliche Defizite bei der Pandemiebekämpfung. "Wesentliche Fragen, insbesondere der Grundrechtsverwirklichung, sind durch die Parlamente selbst zu regeln", sagt er. Solche Entscheidungen dürften nicht an die Regierungen delegiert werden.
Aus Sicht des Juristen sind Wert und Bedeutung der Freiheitsrechte im vergangenen Jahr von Politik und Teilen der Öffentlichkeit unterschätzt worden. Grundlegende Freiheiten würden dem Menschen nicht vom Staat gewährt; sie seien unveräußerliche Rechte des Einzelnen, die zwar unter bestimmten Voraussetzungen eingeschränkt werden könnten. Es sei aber nicht Sache des Staates, sie mehr oder weniger beliebig zu entziehen oder neu zu vergeben. "Die Menschen dieses Landes sind freie Bürger", sagte Papier. "Sie sind keine Untertanen."
Prof. em. Dr. Dres. h.c. Hans-Jürgen Papier wurde im Februar 1998 zum Vizepräsidenten und im April 2002 zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts ernannt. Wegweisend in seiner Amtszeit war unter anderem das Urteil gegen die Vorratsdatenspeicherung - ein weitreichender Richterspruch zum Schutz der Freiheitsgarantien der Bürger. Nach 12 Jahren schied Prof. Papier 2010 aus dem Bundesverfassungsgericht aus und nahm seine frühere Tätigkeit als Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München wieder in vollem Umfang auf. Seit 2011 ist er emeritiert und nach wie vor in der Lehre tätig. 2019 erschien sein Buch "Die Warnung: Wie der Rechtsstaat ausgehöhlt wird."
Die Rolle des Widerparts, des Advocatus Diaboli und summarischer Vertreter der von Bürgern und Zuschauern geäußerten Fragen übernimmt in der Diskussion zum Vortrag Rechtsanwalt Dominik Klauck, der derzeit an der LMU bei Prof. Dr. Peter M. Huber, Richter des Bundesverfassungsgerichts, promoviert.
Bürgerfragen werden für einen qualifizierten Beitrag zu einer kritischen Diskussion gern vorab entgegen genommen. Weitere Fragen sind im live-Chat möglich.

Anmeldung möglich I105 - Das Wunder des Neuanfangs Hannah Arendts politisches Denken und die Krisen der Moderne

( ab Do., 21.10., 19.30 Uhr, Rathaus; Großer Sitzungssaal)

Hannah Arendt war eine der bedeutendsten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Bekannt ist sie bis heute unter anderem durch ihre Analyse des Totalitarismus und ihren Bericht über den Eichmann-Prozess in Jerusalem. Der Vortrag wird zum einen ihre wichtigsten Positionen nachzeichnen, zum anderen aber aufzeigen, wie viel uns Arendts politisches Denken auch heute noch zu sagen hat: In den (fortdauernden) Krisen unserer modernen Zeit ist Arendts Glaube an das Politische als Kraft des Anfangen-Könnens aktueller denn je.
Dr. Christian Schwaabe ist Akademischer Oberrat und lehrt an der Fakultät für Politische Theorie und Philosophie an der LMU München.

Anmeldung möglich I106 - Erich Fromms "Haben oder Sein"

( ab Do., 27.1., 19.00 Uhr, Online)

Als Erich Fromm 1976 sein Werk "Haben oder Sein" veröffentlichte, wurde es schnell zu einem Bestseller. Hier artikulierte er in einer verständlichen, aber trotzdem differenzierten und anspruchsvollen Gesellschaftsanalyse das Unbehagen Vieler. Der Unterschied zwischen Sein und Haben entspricht dem Unterschied zwischen dem Geist einer Gesellschaft, die zum Mittelpunkt Personen hat, und dem Geist einer Gesellschaft, die sich um Dinge dreht.
Die postmoderne Konsumreligion predigt gebetsmühlenartig, dass Konsum glücklich mache. Erich
Fromm entlarvt diese Illusion und entwickelt die Vision einer Gesellschaft, in deren Zentrum nicht mehr das Haben steht. Seine Ideen sind immer noch revolutionär und aktuell, was z.B. die Diskussion über das bereits von Fromm geforderte garantierte Grundeinkommen zeigt.
"Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt." (§5 (1) GG). Das Grundgesetz beinhaltet die Pressefreiheit und beschreibt damit einen zentralen Pfeiler in unserer freiheitlichen Demokratie. Wie führen die deutschen öffentlich-rechtlichen und privaten Medienunternehmen diese Freiheit aus? Haben die Medien tatsächlich die "vierte Macht im Staate" inne? Welche Fehlentwicklungen sind zu erkennen, welche Anpassungen notwendig? Wie kann die Zukunft der traditionellen Medien aussehen? Wie Probleme verursachen Medien-Oligopole? Es wird der Versuch unternommen, auf diese Fragen Antworten zu finden und darüber zu diskutieren.
Eine unausgesprochene Selbstverständlichkeit: Leitmedien wie Tagesschau oder Süddeutsche Zeitung berichten objektiv. Im Gegensatz zu Facebook und Co. schildern Journalistinnen und
Journalisten quasi aus Sicht unbeteiligter Beobachter, was in der Welt passiert. Und viele Journalistinnen und Journalisten reagieren deshalb auch allergisch auf Begriffe wie "Lügenpresse"
oder auch schon "Mainstream". Trotzdem drängt sich teilweise der Verdacht auf, dass die Medien von der Politik, von der Wirtschaft oder auch von der Moral gekapert worden sind. In diesem online-Vortrag zeigt Prof. Michael Meyen, wie die Ausbildung von JournalistInnen heutzutage abläuft und welchen Einflüssen Redaktionen ausgesetzt sind. Schließlich zeigt er auch Wege, wie die Unabhängigkeit der Medienlandschaft nachhaltig gesichert werden könnte. Dr. Michael Meyen ist Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und
Medienforschung an der LMU in München.
In Folge der Corona-Krise stieg die Staatsverschuldung weltweit nochmals stark an. Sie wird zunehmend durch die lockere Geldpolitik der Zentralbanken finanziert. Viele Menschen befürchten daher eine zunehmende Geldentwertung. Wie haben sich Anleihen, Aktien, Immobilie, Edelmetalle entwickelt? Wie können Anleger ihr Vermögen oder Die Altersvorsorge gegen Kaufkraftverluste schützen?

Anmeldung möglich I114 - Die eigene Immobilie im Alter

( ab Do., 10.2., 19.30 Uhr, Online)

Eigene Häuser/Wohnungen können im Alter auch zur Last werden: etwa weil sie nicht mehr bedarfsgerecht sind, oder hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand mit sich bringen. Der Vortrag zeigt verschiedene Möglichkeiten im Umgang mit der eigenen Immobilie auf, wie sie für ein Zusatzeinkommen (Immobilienrente, Umkehrhypothek) sorgt und Sie weiterhin dort wohnen können.
In Arthur und Lilly: erzählt Lilly Maier die beeindruckende Lebensgeschichte des jüdischen Jungen Oswald Kernberg (später Arthur Kern), mit dem sie eine ganz besondere Freundschaft verbindet. Oswald wurde auf gleich zwei Kindertransporten vor dem Holocaust gerettet einmal von Wien nach Paris und ein zweites Mal von Südfrankreich nach New York. Als einziger seiner Familie überlebte er dadurch den Holocaust.
In Form einer historischen Reportage folgt das Buch den Lebens- und Fluchtstationen Arthur Kerns: Wien, Frankreich, New York und Los Angeles. Ergänzend erzählt die Autorin sehr persönlich, wie sich das Leben der Familie Kern wieder mit der alten Heimat verflochten hat: Durch die enge Freundschaft zu Lilly Maier, einer nicht-jüdischen Österreicherin, fanden die Kerns einen neuen Zugang zu ihrer eigenen Familiengeschichte.
Lilly Maier (Jahrgang 1992) studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Geschichte und als Fulbright-Stipendiatin an der New York University Journalismus. Derzeit promoviert sie in Jüdischer Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität mit einer Arbeit über Frauen, die Juden während des Holocausts das Leben gerettet haben. Seit 2012 arbeitet sie als Referentin in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Im Herbst 2018 erschien ihr Erstlingswerk "Arthur und Lilly: Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende", die Biografie von Arthur Kern, der auf einem Kindertransport nach Frankreich und später nach Amerika gerettet wurde. Lilly Maier hält regelmäßig Vorträge über die Kindertransporte oder das Judentum in Volkshochschulen und Museen.

Anmeldung möglich I121 - Palästina zwischen Jahrhundertplan und Annexion

( ab Do., 3.2., 19.30 Uhr, Rathaus; Großer Sitzungssaal)

Voranschreitender Siedlungsbau, der Streit um Jerusalem und nicht zuletzt die radikalen Gruppen auf beiden Seiten verhindern nach wie vor eine Lösung im Palästina-Konflikt. Doch auch im Inneren sind beide Seiten gespalten: in Israel wurde mehrfach ein Parlament gewählt, ohne dass die Regierungsbildung gelang. Auf der anderen Seite sind PLO und Hamas verfeindet. Wie stellt sich vor diesem Hintergrund die aktuelle Lage dar und welche Perspektiven ergeben sich daraus?
Dr. Robert Staudigl promovierte im Fach Orientalistik an der LMU München; er arbeitet als freiberuflicher Dozent und Buchautor.

Anmeldung möglich I122 - Kosovo - zwei Jahrzehnte nach dem Krieg

( ab Mi., 12.1., 19.00 Uhr, Online)

Sie erinnern sich? Vor zwanzig Jahren gab es Krieg in Europa - unter anderem im nach Unabhängigkeit strebenden Kosovo. Zerbombte Schulen, zerstörte Moscheen, Angst und Hoffnungslosigkeit prägten den Alltag der Kosovaren. Michael Gösele, Lehrer, war 1999 als Journalist für Caritas International während des Kosovokrieges etwa drei Monate in Prizren. Zwanzig Jahre später besucht er den Kosovo erneut - und findet ein Land, das sich in erstaunlichem Maße vom Krieg erholt hat. Impressionen aus den Jahren 1999 und 2019 sowie Begegnungen mit dem Land und den Menschen stehen im Mittelpunkt des Vortrags.

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Unsere Programmbereiche


Das aktuelle Programmheft "Neue Wege" ....

.... finden Sie zur kostenlosen Mitnahme an der vhs, im Rathaus, der Bücherei sowie in vielen Banken und Geschäften


Aktuelle Corona-Maßnahmen


Wie umgehen mit der eigenen Sterblichkeit? Über eine der schwierigsten Fragen des Menschseins

Vortrag von Gregor Luks am Dienstag, 26.10.2021

Der Tatsache der eigenen Endlichkeit ins Auge zu blicken, ist alles andere als einfach. Obwohl das ganze Leben letztlich darauf hinaus läuft, wurde und wird diese schwierigste Frage des Menschseins oftmals verdrängt, verschwiegen oder tabuisiert. Allerdings haben sich alle Kulturen durch die Geschichte mit dem Tod und dem Sterben auseinandergesetzt. Der Psychologe, Psychoonkologe und Kulturwissenschaftler Gregor Luks wird einführend einen kulturell-historischen Vergleich geben. Als Impuls- und Orientierungsquellen für das anschließende Gespräch werden die existenziellen Forscher Irving Yalom, Elisabeth Kübler-Ross und Viktor Frankl dienen.
Präsenzveranstaltung, 19.30, Rathaus Kolbermoor; mit Anmeldung


Kulinarische Reise von Nord- nach Südindien

Koch-Workshop mit Charanjit Heer am Samstag, 30. Oktober

Die Küche Indiens ist eine der facettenreichsten der Welt. Jede Region Indiens hat ihre typischen Spezialitäten, wie z. B. Badam Pasanda, Korma, Rogan Josh, Vindaloo, Idli, Dhokla, Daal etc.. Wir bereiten aus den unterschiedlichen Regionen einige traditionelle Gerichte mit Fleisch und Gemüse sowie weitere Beilagen und eine Süßspeise mit eigens kreierten Gewürzmischungen sowie ein typisches Getränk zu. Darüber hinaus erhalten Sie einen Einblick in die Gewürzwelt Indiens, deren harmonische Verwendung das Geheimnis der indischen Küche ausmacht. Wir verwenden regionale frische Lebensmittel möglichst aus dem Biologischen Anbau.
Samstag, 30.10.2021, 11.00 - 16.00 Uhr


Vier Abende mit Dr. Peter Deters-Itzelsberger, dienstags 19:00 Uhr, ab 9. November

(1) Plattentektonik
(2) Das Alter der Erde und der Gesteine im Rahmen der Plattentektonik
(3) Erdbeben und Vulkanismus
(4) Alpen - Anden - Vogesen: die Gebirge der Erde und ihre unterschiedliche Entstehung
Präsenz, 4x dienstags, ab 09.11.2021, 19.00 Uhr, Rathaus Kolbermoor, mit Anmeldung


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Kontakt

vhs Kolbermoor

Rathausplatz 1
83059 Kolbermoor

Tel.: 08031 98338
E-Mail: info@vhs-kolbermoor.de

Öffnungszeiten

Montag - Mittwoch:
09:00 - 12:30 Uhr
Donnerstag:
14:00 - 18:00 Uhr

Anmeldung außerdem auch im Bürgerbüro im Rathaus Tel.: 08031 2968 100

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